Tach wir haben Monday, 20.11.2017

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Schadnager

(Rodentia)

Hausmaus (Mus musculus)

Wanderratte (Rattus norvegicus)

Hausratte (Rattus rattus)

Bekämpfung / Vorbeugung

Ein Drittel der Säugetiere besteht aus Nagern. Die Nagetiere bilden die größte Unterordnung innerhalb der Säugetiere. Unter den Nagetieren haben sich einige Arten zu ernstzunehmenden Schädlingen entwickelt. Das wichtigste Merkmal der Nagetiere bilden ihre so genannten Nagezähne: Es sind umgewandelte Schneidezähne, wovon jeweils zwei im Oberkiefer und Unterkiefer sitzen und durch eine Lücke von den anderen Zähnen getrennt sind. Allen Nagern fehlen die Eckzähne, den echten Mäusen fehlen darüber hinaus die Vormahlzähne (die vordersten Backenzähne). Die Nagezähne wachsen permanent nach und müssen durch Benagen harter Gegenstände kurz gehalten werden. Bei dem Nagevorgang schärfen sich die Zähne aufgrund ihres inneren Aufbaus. Das Nagen geschieht hauptsächlich mit den Zähnen des Unterkiefers, während die des Oberkiefers den Gegenstand beim Nagen festhalten.

Die Form und Größe der Fraßspuren lassen erkennen, welches Tier an der Arbeit gewesen ist. Die hier aufgeführten Nager sind soziale Tiere, die in Gruppen leben und über eine zum Teil ausgeprägte Rangordnung (Wanderratte) verfügen. Häufig werden kleine Säugetiere, wie z. B. die Spitzmaus, für Nagetiere gehalten, da sie äußerlich einer Maus ähneln. Das Gebiss der Spitzmaus weist aber nadelspitze Zähne auf, während die oben beschriebenen Nagezähne und die Zahnlücke fehlen. Spitzmäuse sind Insektenfresser und entstammen einer ganz anderen Entwicklungslinie der Säugetiere.

Ebenso zur Gattung der Nagetiere (Rodentia) zählt die Schermaus oder Wühlmaus (Arvicola terrestris), die eigentlich in der Rubrik Hygieneschädlinge nichts zu suchen hat. Die Schermaus kann als Schädling in Obstkulturen große Schäden anrichten. Die Bezeichnung "Schermaus" bezieht sich auf das "Abscheren der Wurzeln". Eine sehr informative Seite über die Schermaus finden Sie bei der " Studienfakultät für Forstwirtschaft und Ressourcenmanagement " in Freising. Obwohl diese Nager nichts mit der Schädlingsbekämpfung in Innenbereichen zu tun haben, bekamen sie aufgrund der häufigen Nachfrage eine eigene Seite.

Um ein Eindringen von Ratten durch den Toilettenabfluss zu verhindern, sollte man niemals Essensreste in der Toilette entsorgen. Des Weiteren sollte man immer nach Benutzung der Toilette den Deckel wieder schließen. Um sich sicherer zu fühlen, gibt es Klappen, die direkt hinter dem Siphon des Toilettenbeckens eingebaut werden können. Diese Klappen öffnen sich nur in eine Richtung, so dass Schmutzwasser abläuft, Ratten jedoch aus der anderen Richtung nicht eindringen können. Der Einbau ist unproblematisch und kann auch durch einen Laien erfolgen.

Weitere Maßnahmen, um einen Schadnagebefall zu verhindern:
  • Einwanderungsmöglichkeiten im Keller und Dachboden verschließen
  • Wandöffnungen und nicht verwendete Abflüsse zumauern
  • Fenster durch engmaschige Netze verschließen
  • Nur geschlossene Müllbehälter verwenden
  • Essensreste und tierische Abfälle nicht auf den Hauskompost geben
  • Tierfutter nicht offen stehen lassen
  • Futternäpfe nach dem Füttern der Haustiere reinigen
  • Wenn ein Mäuse- oder Rattenbefall vorliegt, sind Fraß-, Nage- und Kotspuren sowie Nagetierhaare vorhanden
  • Nester ausfindig machen
  • Fallen aufstellen: Schlagfallen brechen den Tieren das Genick
  • Lebendfallen: Tiere werden nach dem Fangen in einiger Entfernung ausgesetzt. Für das Fangen eines Tieres sind mehrere Fallen nötig.
  • Als Köder für Mäuse eignen sich Erdnussbutter, Pumpernickel, Käse; für Ratten z. B. süßer Kartoffelbrei.
  • Damit die Bekämpfung erfolgreich ist, sollte sie mindestens zweimal  erfolgen und dies vor allem fachgerecht, um eine Befallsbeseitigung herbeizuführen. Durch häufige, nicht fachgerechte Ausführung können sich Resistenzen ausbilden.
  • Zur Vertreibung der Mäuse einen mit Terpentin getränkten Lappen ins Mauseloch stecken; getrocknete, fein gestoßene Oleanderblüten oder Pfefferminzkraut mit trockenem Sand gemischt tief in die Mäuselöcher streuen.
Wichtig:

Mäuse und Ratten können zahlreiche, gefährliche Krankheiten übertragen. Deshalb: Beim Umgang mit Fallen immer dicke Handschuhe und Stiefel tragen, um Bissverletzungen zu vermeiden. Anschließend alle Gegenstände und die Hände mit Desinfektionsmittel reinigen. Danach den Mäuse- und Rattenkot durch feuchtes Aufwischen beseitigen und mit einem Desinfektionsmittel nachreinigen. Während der Reinigung Atemschutzmaske tragen, um keine Keime einzuatmen. Mäuse- und Rattenkadaver in Plastiksäcke einsammeln und zu der für die Kommune zuständigen Tierkörperverwertung bringen.