Tach wir haben Wednesday, 22.11.2017

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Messingkäfer

(Niptus hololeucus)

Messingkäfer gehören zur Gruppe der Materialschädlinge. Die spinnenartigen Käfer wirken auf die meisten Menschen ekelerregend. Messingkäfer sind fressgierig und schädigen u. a. Textilien. Dadurch können nicht unerhebliche Schäden entstehen.

Aussehen:

Die Käfer sind 2,5 bis 5 mm lang und von spinnenartiger Gestalt. Sie sind messingfarben aufgrund der dichten Behaarung, haben lange Beine mit keulig verdickten Schenkeln und einen stark aufgewölbter Hinterleib. Der Halsschild ist abgerundet und verbirgt den Kopf darunter. Die deutlich gegliederten Fühler sehen fast wie Laufbeine aus. Die Käfer sind flugunfähig. Nach dem Schlüpfen sind die Larven 1,5 mm lang. Ausgewachsen erreichen sie 5 bis 7 mm. Sie sind engerlingsartig gekrümmt, tragen 3 Brustbeinpaare und sind spärlich behaart. Ihre Färbung ist anfangs blau-weiß, später gelblich mit hellbrauner Kopfkapsel. Die Puppen liegen im gesponnenen Kokon und sind 3,4 bis 5,4 mm lang und weißlich, später elfenbeinfarben.

Entwicklung:

Bis zu 200 Eier legt das Weibchen bei günstigen Verhältnissen ab, im Normalfall sind es 100 bis 150. Die Legeperiode dauert mehrere Monate, die Eiruhe ca. 14 Tage. Das Larvenstadium mit 2 bis 3 Häutungen dauert ca. 75 Tage. Die Umwandlung zum Käfer erfolgt in gesponnenen Kokons. Die Puppenruhe dauert ca. 15 Tage. Danach ruht der Käfer noch 18 Tage im Kokon. Die gesamte Entwicklungsdauer beträgt ca. 4 Monate. Die herumvagabundierenden Käfer leben dann noch ca. 5,5 Monate. Es gibt 1 bis 2 Generationen pro Jahr. Bei günstigen Verhältnissen erfolgt in ca. 5 Wochen eine Bestandsverdoppelung.

Vorkommen und Bedeutung:

Messingkäfer haben ein weites Nahrungsspektrum. Als Nahrung dienen den Käfern und Larven z. B. Getreide, alle Getreideprodukte, Heu, Stroh, Samen, Drogen, Trockenfrüchte, Kakao, Tapetenkleister, Häute, Felle, Leder und Wollabfälle. Aber auch Knochen, tote Insekten und Kot von Ratten und Mäusen werden nicht verschmäht. Besonders bei Massenvorkommen in Wohnräumen wirkt der Messingkäfer in hohem Maße ekelerregend. Er beeinflusst so das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen. Kein Wunder, denn er ist dann wirklich überall anzutreffen: in Wäsche, Geschirr, Schwämmen, Bürsten, Lampen oder gar an frischem Brot und anderen Lebensmitteln. Achtung bei Textilien! Umherwandernde Käfer sind sehr fressgierig und benagen auch Stoffe, die für ihre Ernährung unbrauchbar sind. Dabei entwickeln sie eine Vorliebe für Textilien. Es sind erhebliche Schäden möglich! Mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen pflegen Messingkäfer die Fasern vor dem Zernagen aus dem Gewebe herauszuziehen. Dadurch entstehen in dünneren Stoffen Löcher von meist rundlicher Form, zuweilen mit ausgefressenen Rändern. An starken Geweben fressen Messingkäfer gewöhnlich nur die abstehenden Fasern, so dass an diesen Stellen das Grundgewebe freigelegt wird. Die Einschleppung des Messingkäfers erfolgt meist mit Waren. Seltener ist die Zuwanderung aus Nachbarhäusern, Ställen, Vogel- oder Wespennestern, Bienenstöcken usw. Messingkäfer sind lichtscheu und ruhen tagsüber in Ritzen, hinter Sockelleisten, Vorhängen, Tapeten, Türrahmen, Bildern, unter Fußmatten und Teppichen.

Gegenmaßnahmen:

Die Käfer entwickeln sich hauptsächlich in alten Häusern unter der Fußbodendielung in der sogenannten Fehlbodenfüllung. Diese besteht in alten Gebäuden aus organischem Material, das von den Käfern zur Entwicklung genutzt werden kann. Deshalb muss die Bekämpfung der Tiere auch dort, an ihrem Entwicklungsort, stattfinden. Die Maßnahmen müssen umfassend sein und das gesamte Haus und alle Hohlräume erfassen. Sie sind aufwendig und langwierig und sollten eigentlich nur von Fachbetrieben durchgeführt werden. Wer dennoch bereit ist, viel Zeit und Arbeit zu investieren, kann auch mit amorphen Silikatstäuben, die in alle Hohlräume zu verbringen sind, einen Befall tilgen. Hierzu sollte jedoch ein profesionelles Stäubegerät benutzt werden.

Das heißt:

  • alle Hohlräume anbohren (dabei auf den Balkenverlauf achten - ca. 6 mm)
  • Türfüllungen und dergleichen nicht vergessen
  • mit ausreichend Silkatpulver einstäuben 
  • mit Klebefallen evtl. noch vorhandene Befallsherde bestimmen
  • dort, wo weiterhin Käfer auftreten, erneut stäuben - dabei auf Hohlräume achtend die noch nicht bearbeitet wurden
  • die Arbeiten so lange wiederholen, bis keine Messingkäfer mehr auftauchen

Amorphe Silikatstäube sind für den Menschen nicht giftig. Sie binden Feuchtigkeit, eine Lebensgrundlage für Insekten, und zerstören deren Lebensgrundlage. Darüber hinaus sind Silikatstäube auch in der Lage, Insekten direkt abzutöten, da sie in feine Hausspalten eindringen können. Stäubepulver und Stäubegerät können u. a. bei www.futura-shop.de bestellt werden.