Tach wir haben Saturday, 18.11.2017

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Dornspeckkäfer

(Dermestes maculatus)

Neben einheimischen Speckkäferarten werden oft aus Übersee andere Arten eingeschleppt, die den einheimischen Arten sehr ähnlich sind. Der Dornspeckkäfer ist einer der häufigsten davon und findet sich unter gegerbten Häuten. Da er sich wie andere Arten verpuppt, können sich die Larven während des Transportes oder der Lagerung auch in andere Waren bohren. Die Art ist wärmeliebend und kann sich bei uns kaum entwickeln. In Fisch- oder Knochenmehlfabriken gelingt ihnen das gelegentlich.

Aussehen:

Der erwachsene Dornspeckkäfer wird bis zu 10 mm lang. Die Käfer sind fein behaart. Die Flügeldecken sind einheitlich dunkel gefärbt. Der Dornspeckkäfer hat an den Enden der Flügeldecken zwei Spitzen und einen hell gefärbten Bauch. Die Larven der Speckkäfer sind abstehend lang behaart. Zwischen der langen Behaarung finden sich weitere, jedoch viel kürzere Haare, aber keine Pfeilhaare (s. Teppichkäfer). Am Körperende befinden sich 2 deutlich sichtbare Dornen, die Analdornen.

Entwicklung:

Die Weibchen legen bis zu 500 Eier an das Nährsubstrat. Die Entwicklung dauert bei Zimmertemperatur ca. 2 Monate. Der Dornspeckkäfer bringt bei idealen Bedingungen bis zu 6 Generationen pro Jahr hervor. Während der Entwicklung häuten sie sich 5 bis 6 mal.

Vorkommen und Bedeutung:

Dornspeckkäfer kommen an Fellen und Häuten vor, insbesondere an importierten Produkten. Gelegentlich entstehen viele Speckkäfer, wenn Kadaver in Hohlwänden, in Kaminen oder auf dem Dachboden liegen. Dieses geschieht nach Marderbefällen (Reste von Beutetieren), Nager-bekämpfungen und durch Vögel, die in Schornsteine gefallen sind.

Gegenmaßnahmen:

Die lichtscheuen Larven der Käfer findet man hinter Fußleisten, in Schubladen oder zwischen den Latten eines Lattenrostes im Bett, letztlich an allen dunklen Orten in der Wohnung. Erste Maßnahme sollte das gründliche Aussaugen aller potentiellen Befallsorte sein. Achtung: Auch die Bereiche unter dem Teppich kontrollieren! Nicht nur Wolltextilien, sondern sämtliche Kleidung sollte kontrolliert und gründlich ausgeschüttelt werden. Sollte die Kleidung gewaschen werden, nützt nur eine chemische Reinigung, da die Temperaturen, bei denen Wolle gewaschen werden kann, viel zu niedrig sind und die Larven nicht absterben. Zur Bekämpfung kann ein ungiftiges Stäubesilikat ausgebracht werden. Bei starkem Befall helfen sachkundige Schädlingsbekämpfer durch Sprühbehandlungen mit geeigneten Kontaktinsektiziden. Polstermöbel, Teppiche und Vorhänge regelmäßig bürsten, klopfen, saugen bzw. waschen, um ein Einnisten der Schädlinge zu verhindern. Die Wohnräume durch regelmäßiges Lüften trocken halten. Möbelstücke von der Wand abgerückt aufstellen, damit die Luft zirkulieren kann. Beim abendlichen Lüften das Licht löschen. Vogelfedern, Tierhaare und tote Insekten im Haus regelmäßig entfernen. Stofftextilien und Teppiche vor einer längeren Aufbewahrung erst waschen oder reinigen, da Körpergeruch und Hautschuppen die Tiere anlocken. Verlassene Vogelnester in Hausnähe entfernen (Nistmaterial verpacken und in den Restmüll geben, evtl. Handschuhe tragen). An der Wand kriechende Larven absaugen oder mit einem Tuch entfernen. Käfer, die an der Innenseite der Fenster sitzen, ins Freie befördern bzw. bei Massenbefall töten. Befallene Textilien ausbürsten, klopfen, waschen, reinigen oder bügeln. Befallene Textilien, Felle oder Pelze in einer Plastiktüte verpackt abwechselnd einfrieren und schnell wieder auftauen. Kalte Wintertage oder Gefriergerät dazu nutzen.