Tach wir haben Tuesday, 21.11.2017

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Teppichkäfer und verwandte Arten

(Anthrenus spec.)

Teppichkäfer und seine beiden Verwandten, der Museumskäfer und der Wollkrautblütenkäfer, sind heimische Insekten und die häufigsten Materialschädlinge in unseren Wohnungen. Viele Schäden an Wolltextilien und -teppichen werden fälschlicherweise den Textilmotten zugeschrieben. Die meisten Schäden (schätzungsweise ca. 80 %) gehen jedoch auf das Konto der Teppichkäfer.

Aussehen:

Die erwachsenen Käfer erinnern an Mini-Marienkäfer und werden nur ca. 3 mm groß. Sie sind von bräunlicher Farbe und haben eine Musterung aus verschiedenen Beige- und Ocker-Tönen. Die Larven erreichen Längen bis zu 4 mm, sind deutlich segmentiert und rundum behaart. Zwischen der normalen Behaarung sind mit der Lupe Pfeilhaare zu sehen. Am Körperende befinden sich ganze Büschel von Pfeilhaaren.

Entwicklung:

Pro Jahr entsteht nur eine Generation. Die Weibchen legen bis zu 20 Eier an ein geeignetes Befallssubstrat, z. B. an Wollpullover oder an Wollreste im Strickkorb. Die Larven schlüpfen schon nach wenigen Tagen. Weil sie sehr lichtscheu sind, halten sie sich oft abseits von ihren Fraßstellen in Fugen und Spalten versteckt. Über mehrere Häutungen entwickelt sich die Larve in ca. 12 Monaten zum adulten Insekt. Die erwachsenen, sehr stark behaarten Käfer sind auf dem Weg ins Freie oft auf den Fensterbänken zu finden.

Vorkommen und Bedeutung:

Der Teppichkäfer und seine Verwandten entwickeln sich überall dort, wo Produkte tierischer Herkunft vorkommen. Stehen Kadaver, Haare, Federn usw. zur Verfügung, siedeln sich die Insekten schnell an. Sie sind häufige Gäste in Vogelnestern. Nisten z. B. Spatzen am Gebäude, dringen die Insekten von dort aus in unsere Wohnungen ein. Die Käfer sind nicht fraßschädigend, sondern ernähren sich in der freien Natur von Blütenpollen und Nektar.

Gegenmaßnahmen:

Die lichtscheuen Larven der Käfer findet man hinter Fußleisten, in Schubladen oder zwischen den Latten eines Lattenrostes im Bett, letztlich an allen dunklen Orten in der Wohnung. Erste Maßnahme sollte das gründliche Aussaugen aller potentiellen Befallsorte sein. Achtung: Auch die Bereiche unter dem Teppich kontrollieren! Nicht nur Wolltextilien, sondern sämtliche Kleidung sollte kontrolliert und gründlich ausgeschüttelt werden. Sollte die Kleidung gewaschen werden, nützt nur eine chemische Reinigung, da die Temperaturen, bei denen Wolle gewaschen werden kann, viel zu niedrig sind und die Larven nicht absterben. Zur Bekämpfung von Teppichkäfern eignet sich das Aufstellen von speziellen Pheromonfallen, die mit einem auf die Teppichkäfer abgestimmten Lockstoff und einer Klebefläche versehen sind. Die männlichen Teppichkäfer werden durch den Lockstoff in die Falle gelockt und bleiben an der Klebefäche hängen. Dadurch wird die Paarung der Teppichkäfer unterbrochen und die Nachkommen bleiben aus. Bei starkem Befall helfen sachkundige Schädlingsbekämpfer durch Sprühbehandlungen mit geeigneten Kontaktinsektiziden. Vorbeugend sollte man Polstermöbel, Teppiche und Vorhänge regelmäßig bürsten, klopfen, saugen bzw. waschen, um ein Einnisten der Schädlinge zu verhindern. Die Wohnräume durch regelmäßiges Lüften trocken halten. Möbelstücke von der Wand abgerückt aufstellen, damit die Luft zirkulieren kann. Beim abendlichen Lüften das Licht löschen. Vogelfedern, Tierhaare und tote Insekten im Haus regelmäßig entfernen. Stofftextilien und Teppiche vor einer längeren Aufbewahrung erst waschen oder reinigen, da Körpergeruch und Hautschuppen die Tiere anlocken. Verlassene Vogelnester in Hausnähe entfernen (Nistmaterial verpacken und in den Restmüll geben, evtl. Handschuhe tragen). An der Wand kriechende Larven absaugen oder mit einem Tuch entfernen. Käfer, die an der Innenseite der Fenster sitzen, ins Freie befördern bzw. bei Massenbefall töten. Befallene Textilien ausbürsten, klopfen, waschen, reinigen oder bügeln. Befallene Textilien, Felle oder Pelze in einer Plastiktüte verpackt abwechselnd einfrieren und schnell wieder auftauen. Kalte Wintertage oder Gefriergerät dazu nutzen.