Tach wir haben Saturday, 18.11.2017

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Gefleckter Pelzkäfer

(Attagenus pellio)


Aussehen:

Der Gefleckte Pelzkäfer wird etwa 3,5 bis 5,5 mm groß. Er ist schwarz oder braunschwarz gefärbt. Er unterscheidet sich vom Dunklen Pelzkäfer durch jeweils einen deutlich sichtbaren weißen Fleck auf den Flügeldecken.

Entwicklung:

Das Weibchen des Käfers legt etwa 50 Eier, aus denen nach ungefähr 10 Tagen die Larven schlüpfen. Die Larven entwickeln sich nicht immer gleich schnell, so dass der ganze Entwicklungszyklus 6 Monate bis 2 Jahre dauern kann. Dabei häutet sich die Larve bis zu 13 mal. Die Larve ist mit vielen kurzen Haaren bedeckt und hat ein auffällig langes Haarbüschel am Körperende. Zwischen der normalen Behaarung fehlen Pfeilhaare (vgl. Teppichkäfer). Die Larven sind deutlich segmentiert. Das Puppenstadium ist relativ kurz, die Imago schlüpft bereits nach 5 - 25 Tagen, doch verharrt sie noch einige Tage regungslos an der Stelle, an der sie ausgeschlüpft ist.

Vorkommen und Bedeutung:

Der Gefleckte Pelzkäfer ist vor allen Dingen in Europa häufig und mittlerweile weltweit verbreitet. Er ist als ein Schädling von Pflanzen- und Tierprodukten bekannt. Oft findet man ihn an Orten, wo Getreide, Mehl und andere Mühlenerzeugnisse gelagert werden, aber auch in Saatgut und Tabak. Die Larven ernähren sich in den meisten Fällen nicht von diesen Vorräten, sondern von den Leichen und Exkrementen anderer Schädlinge. Larven des Pelzkäfers fallen Trockenmilch und Kasein an. In Haushalten schädigen sie Wolltextilien und Teppiche (diese sind keratinhaltig, Baumwolltextilien werden jedoch nicht angegriffen), Pelze, Seide und Füllungen von Polstermöbeln. Die Larve richtet darüber hinaus durch ihren Fraß an verschiedenen Stoffen tierischen Ursprungs Schäden an, etwa an Pelzen und Leder, Räucherfleisch und -fisch. Sie fällt auch entomologische Sammlungen an. In Pflanzenprodukten fressen die Larven des Pelzkäfers größtenteils die Kadaver anderer Schädlinge. Als Nahrung dienen ihnen auch die unter den Netzen der Winkelspinne (Tegenaria domestica) anfallenden Insektenüberreste. Außerhalb von Gebäuden entwickelt sich die Art in den Nestern verschiedener Vogelarten.

Gegenmaßnahmen:

Zur Bekämpfung von Pelzkäfern können speziellen Pheromonfallen aufgestellt werden. Die Pheromonfallen beinhalten einen Lockstoff, welcher dem Sexuallockstoff des weiblichen Pelzkäfers entspricht. Auf diese Weise werden die männlichen Pelzkäfer angezogen und in die Falle gelockt. In der Falle befindet sich eine Klebefläche, an der die Pelzkäfer Männchen dann haften bleiben. Aufgrund dessen, dass die Männchen gefangen sind, können sie keine Nachkommen mit den Weibchen zeugen und die Pelzkäfer Population wird dezimiert. 

Folgende Maßnahmen sind zur Vorbeugung von Pelzkäfern empfehlenswert:

Alle Polstermöbel, Wolltextilien, Teppiche und Vorhänge regelmäßig bürsten, klopfen, saugen bzw. waschen, um ein Einnisten der Schädlinge zu verhindern. Die Wohnräume durch regelmäßiges Lüften trocken halten. Möbelstücke von der Wand abgerückt aufstellen, damit die Luft zirkulieren kann. Beim abendlichen Lüften das Licht löschen. Vogelfedern, Tierhaare und tote Insekten im Haus regelmäßig entfernen. Stofftextilien und Teppiche vor einer längeren Aufbewahrung erst waschen oder reinigen, da Körpergeruch und Hautschuppen die Tiere anlocken. Verlassene Vogelnester in Hausnähe entfernen. An der Wand kriechende Larven absaugen oder mit einem Tuch entfernen. Befallene Textilien ausbürsten, klopfen, waschen, reinigen oder bügeln. Befallene Textilien, Felle oder Pelze in einer Plastiktüte verpackt abwechselnd einfrieren und schnell wieder auftauen. Kalte Wintertage oder Gefriergerät dazu nutzen. Kann ein Befall nicht durch Absaugen, Waschen usw. beseitigt werden, sollte die Bekämpfung einem Fachmann überlassen werden.