Tach wir haben Wednesday, 22.11.2017

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Heimchen

(Acheta domestica)


Aussehen:

Das Heimchen ist mit den Heuschrecken verwandt und hat wie diese zu Sprungbeinen entwickelte Hinterbeine. Das erwachsene Tier ist etwa 2 cm lang, hell graubraun und mit schwarzen Zeichnungen auf Brust und Kopf. Es trägt zwei Paar Flügel. Die hinteren Flügel dienen zum Fliegen. Die Larven (Nymphen) ähneln ihren Eltern im Aussehen.

Entwicklung:

Zur Vermehrung finden sich die Partner durch Zirpen (s. u.). Die Weibchen legen bis zu 100 Eier einzeln ab und nach ungefähr einem Monat schlüpfen die Nymphen. Nach ca. 10 Häutungen und 4 bis 10 Monaten sind die jungen Heimchen erwachsen und können selber Nachkommen zeugen.

Besonderheit:

Nur das männliche Heimchen singt, um das Weibchen anzulocken. Seinen Gesang bringt das Tier durch das Aneinanderreiben der Deckflügel hervor. Jedes Männchen hat seinen festen Platz und erzeugt ein aggressives Zirpen, wenn andere Männchen versuchen, in sein Revier einzudringen. Ein Männchen kann stundenlang singen. Ein sehr geduldiger Zoologe hat einmal festgestellt, dass ein Heimchen im Verlauf von vier Stunden nicht weniger als 42.000 Mal gezirpt hat. Es gibt wenige Menschen, die diesen Gesang auf Dauer lieben. Im alten China wurde jedoch der Gesang sehr hoch eingeschätzt und die Damen des Königshofes hatten kleine, goldene Käfige mit diesen Tieren, die am Kopfende des Bettes standen, um das Einschlafen durch den Gesang zu verschönern.

Vorkommen und Bedeutung:

Seinen Namen erhielt das Heimchen durch sein Verhalten, sich im "Heim" aufzuhalten. Das Insekt ist ein altes, wohlbekanntes Haustier und wird in vielen Sagen und Märchen erwähnt. Heimchen sind sehr häufig in Backstuben, Heizungskellern, Großküchen, Brauereien und anderen warmen Bereichen in der Nähe zu organischen Abfällen oder Lebensmitteln zu finden. Oftmals wurde die Heizung abgeschaltet, da man durch das ständige Zirpen glaubte, sie sei schadhaft. In unseren Breiten kann das Heimchen nur selten (in den Sommermonaten) im Freien überleben; im Winter hält es sich stets in Häusern, auf um die nötige Wärme zu finden. Auf Müllhalden mit viel Gärungswärme ist es das ganze Jahr über zu finden und kann sich außerordentlich vermehren. Heimchen ernähren sich von fast allen organischen Stoffen. Sie bevorzugen aber weiche, abgestorbene Pflanzenreste und können auch von Aas und anderen Insekten leben. Es kann ebenso wie die Schabe ein Träger von krankmachenden Keimen sein.

Bekämpfung:

Da sie den Schaben in ihren Ansprüchen an die Umgebung sehr ähnlich sind, gelten die gleichen Empfehlungen wie für die Schabenvorbeugung und -bekämpfung.