Tach wir haben Tuesday, 21.11.2017

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Wühlmaus

(Arvicola terrestris)


Die Große Wühlmaus (auch Erd- oder Wühlratte) gehört zur Gattung der "Schermäuse". Sie zählt aufgrund ihrer starken Fraß- und Wühltätigkeit und der damit verbundenen Zerstörung der Grasnarbe zu den unangenehmsten tierischen Schädlingen im Garten. Wo ein Wühlmaus-Befall vorliegt, welken Obstbäume, Rosen oder Gemüsepflanzen oder kippen plötzlich um. Mit Vorliebe fressen sie auch, Blumenzwiebeln, Kartoffeln und Wurzelgemüse.

Aussehen:

Wühlmäuse werden 12 bis 22 cm lang und wiegen zwischen 60 bis 120 g. Die Färbung des Felles kann sehr unterschiedlich sein, d. h., hier können sowohl sandfarbene, helle Töne als auch dunkelbraune Farben vorkommen. Auf der Bauchseite treten bevorzugt hellere Farben auf. Charakteristisch ist der stumpfe Kopf mit den kleinen, im Pelz verschwindenden Ohren und ein kurz behaarter, leicht geringelter Schwanz (ca. halbe Körperlänge).

Entwicklung:

Wühlmäuse sind Einzelgänger, die nur in der Paarungszeit zusammenfinden. Die unterirdischen Gänge werden nur von einem einzelnen Tier genutzt. Zu einem Wühlmausbau gehören ein bis zwei Nester und im Herbst und Winter auch Vorratskammern, in denen Wurzelstücke gelagert werden. Wühlmäuse sind tag- und nachtaktive Tiere mit einem - auch im Winter - abwechselnden Rhythmus von 2 - 3 Stunden Aktivität und 3 - 4 Stunden Ruhezeit. Die Vermehrung der Tiere findet ab März / April bis September / Oktober statt. In dieser Zeit werden 2 - 4 Würfe mit durchschnittlich 4 Jungen abgesetzt. Von der Begattung bis zur Geburt vergehen nur etwa 3 Wochen. Die Jungtiere vom Frühjahr werden dabei noch im gleichen Jahr geschlechtsreif. Theoretisch könnte so ein Weibchen im Jahr bis zu 40 Nachkommen produzieren. Die Lebensdauer der Tiere beträgt nur etwa 2 Jahre. Das Gangsystem einer Wühlmaus ist, im Gegensatz zum Maulwurf, deutlich hochoval, glatt, fest und ohne Pflanzenreste. Man findet eher wellenförmige Linien an der Erdoberfläche. Die Erdhaufen selbst sind flach, eher unauffällig und werden seitlich vom eigentlichen Gangsystem aus aufgeschüttet

Vorkommen und Bedeutung:

Die bei uns vorkommenden Arten teilen sich, entsprechend ihres bevorzugten Lebensraums, in zwei Formen auf: Eine Landform, die in ihren unterirdischen Gängen lebt, und eine Wasserform, die bevorzugt in Gewässernähe, an Gräben, Bächen und Uferböschungen vorkommt. Durch Wühlmäuse sind in Obstplantagen und auch im Garten vorwiegend junge Bäume gefährdet. Die Schäden entstehen vor allem unbemerkt während des Winters. Sie werden erst entdeckt, wenn im Frühjahr Bäume bzw. Sträucher schwach oder gar nicht mehr austreiben. Die Pflanzen sitzen nicht mehr fest im Boden. Sie lassen sich leicht herausziehen; die Hauptwurzel sieht wie angespitzt aus.

Bekämpfung / Vorbeugung:

Bei jungen Bäumen empfiehlt es sich, den Wurzelballen mit einem verzinkten Drahtkorb (Maschenweite höchstens 16 mm) zu umschließen. Zu den wichtigsten, natürlichen Feinden der Wühlmaus gehören die Wieselarten, vor allem das Mauswiesel. Aber auch Iltis, Marder und Katze sowie Eulen (insbesondere die Schleiereule) und Greifvögel (z. B. der Mäusebussard) stellen der Wühlmaus nach. Durch Aufstellen von Sitzstangen als Ansitz für Raubvögel oder durch Steinhaufen als Unterschlupf für Wiesel kann deren Ansiedlung gefördert werden. Die besten Bekämpfungszeiträume sind der Spätherbst, solange der Boden offen ist, und das zeitige Frühjahr, bevor die Vermehrung der Wühlmäuse beginnt. Dabei sollte möglichst großflächig bekämpft werden. Maßnahmen während der Sommermonate sind wenig effektiv.

Fallen:

Es gibt verschiedene Fallentypen. Einige müssen vor dem Einsatz beködert werden; sie sind teils einseitig, teils beidseitig fängig wie z.B. die SuperCat Wühlmausfalle. Den besten Fangerfolg erhält man bei älteren, leicht angerosteten Fallen, die den Geruch des Erdreiches angenommen haben. Neue Fallen sind daher erst einige Zeit der Witterung auszusetzen. Auch die Hände sollten vor dem Fallenstellen mit Erde abgerieben werden. Den Gang vorsichtig freigelegen, von loser Erde säubern und die Falle in den Gang schieben. Sie sollte, wenn möglich, in die Gangöffnung eingepasst werden. Um der Falle im Gang einen festen Sitz zu verleihen, drückt man das Erdreich um die Falle an. Wenn Beköderungen möglich sind, können Möhren, Apfel, Kartoffeln oder Sellerie als Köder verwendet werden.

Begasung:

Wühlmäuse können auch mittels Atemgiften getötet werden. Das Verfahren ist in lockeren und sandigen Böden aber unsicher, da die Gase zu schnell in die Luft entweichen. Auf diesen Standorten müsste in verhältnismäßig kurzen Abständen wiederholt begast werden.

Kohlenmonoxid-Begasung:

Das sich beim Verbrennungsvorgang in speziellen Begasungsgeräten mit Benzinmotoren (nicht Dieselmotoren) oder Holzkohlevergasern entwickelnde Kohlenmonoxid kann mittels eines Schlauches in die Gänge geleitet werden. Die Wühlmäus ersticken. Die Abgase von Benzinmotoren enthalten jedoch neben Kohlenmonoxid zum Beispiel auch Stickoxide, Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle, also Stoffe, die zu erheblichen Umweltbelastungen führen können. Aus diesen Gründen ist dieses Verfahren mit solchen Begasungsgeräten nicht zu empfehlen.

Kohlendioxid-Begasung (CO2)

An Stelle der Begasung mit Kohlenmonoxid ist die Begasung mit Kohlendioxid (CO2, Kohlensäure) aus handelsüblichen Stahlflaschen zu empfehlen. Als Ausrüstung benötigt man eine Kohlensäureflasche, einen Druckminderer und einen Schlauch zum Einleiten des Gases in das bewohnte Gangsystem. Eine fünfminütige Gaseinleitung bei 1 bar reicht aus. Bei zu schneller Entnahme des Gases kommt es zu einer Vereisung des Auslassventils, wodurch der Gasstrom unterbrochen wird. Die Vorteile gegenüber der Kohlenmonoxid-Begasung sind: keine Gefährdung des Anwenders - keine Belastung von Boden und Wasser - geringer finanzieller Aufwand gegenüber Begasungsgeräten. Phosphorwasserstoff-entwickelnde Präparate sollten wegen der Gefährdung für den Menschen und Haustiere nicht eingesetzt werden.