Tach wir haben Sunday, 19.11.2017

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Schmeißfliegen

(Calliphordae)

In vergangener Zeit, in der man begann, die Monate nach römischen Kaisern zu benennen, wurde der Juli in nördlichen Breiten Wurmmonat genannt. Mit den Würmern meinte man die Maden der Schmeißfliege. Der Name Wurmmonat zeigt, wie wichtig es damals war, Fleischwaren für den eigenen Bedarf in der warmen Sommerzeit vor diesen Tieren zu schützen.

Entwicklung:

Die Entwicklung der verschiedenen Schmeißfliegen-Arten verläuft sehr ähnlich. Die Weibchen legen ihre Eier (bis zu 2.000 Stück) gewöhnlich auf tote Tiere. Der Geruch von Fleisch kann sie über mehrere Kilometer anlocken. Zur Eiablage werden auch andere faulende Stoffe und Kot genutzt. Die Larven schlüpfen nach weniger als einem Tag aus den Eiern und bohren sich sogleich in die Nahrung ein. Sie entwickeln sich sehr schnell, sind nach einer Woche ausgewachsen und verlassen die Nahrung. Haben sie keine Gelegenheit, sich zur Verpuppung in die Erde einzubohren, kriechen sie oft weit umher, um eine passende Stelle zu finden. Im Haus können die Maden von toten Vögeln, Ratten und Mäusen stammen. Eine einzige Ratte kann 4.000 Maden ernähren. Die Maden scheuen das Licht und verbergen sich in Spalten, hinter Verschalungen und unter Teppichen. Nach 8 - 10 Tagen schlüpfen die Fliegen aus den Puparien (Tönnchenpuppen) und suchen nun das Licht.

Vorkommen und Bedeutung:

Die Schmeißfliegen kommen sehr häufig dann an und in Gebäuden vor, wenn attraktive Nahrungssubstrate wie Abfälle (insbesondere Fleisch, Blut, Milchreste) die Insekten anlocken. Sie sind häufige ungebetene Gäste in solchen Gebäuden, die nur unzureichend vor dem Zuflug von Fliegen gesichert sind. Schmeißfliegen sind genau wie andere Fliegen potentielle Träger von krankmachenden Keimen und können somit Krankheiten übertragen. Die Stoffwechselprodukte der Schmeißfliegenlarven sind für den menschlichen Organismus ungesund, befallenes Fleisch ist nicht mehr für den Verzehr geeignet. Sie übertragen bei ihren Besuchen auf den Lebensmitteln Mikroorganismen, die Eiweiß, Kohlehydrate und Fette zersetzen. Diese Vektorleistung macht sie zu gefährlichen Schädlingen an Fleisch, Fisch und Milchprodukten. Von Gerichtsmedizinern wird der Madenbefall an Leichen auch für eine genaue Todeszeit und der Bestimmung des Ortes herangezogen!

Bekämpfung:

Neben vorbeugenden Maßnahmen wie die Anbringung von Fliegengittern, ist der Einsatz von UV Lichtfallen mit Klebefolien zur Bekämpfung von Fliegen, insbesondere in Lebensmittelbereich, sinnvoll.