Tach wir haben Sunday, 19.11.2017

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Kleidermotte

(Tineola bisselliella)

Kleidermotten entwickelten sich erst mit dem Entstehen von entsprechenden Lebensbedingungen als Schädling, wahrscheinlich mit dem Bau der ersten Kachelofen im 18. Jahrhundert, da vorher ausreichende Wärme in den Wohnungen fehlte. Sie lebt bei uns nicht im Freien und fliegt daher auch nicht von außen in die Wohnung. Die Kleidermotte ist kein guter Flieger, besonders die Weibchen fliegen sehr selten. Eine ihr ähnliche, aber weniger häufige Art ist die Pelzmotte.

Aussehen:

Die Falter der Kleidermotte sind ca. 7 mm groß, gelblich weiß und erscheinen fettig glänzend. Die Raupen der Motten tragen eine selbstproduzierte, gräuliche Gespinnströhre mit sich herum.

Entwicklung:

Die Kleidermotte legt etwa 100 Eier. Diese sind sehr klein und weißlich und werden in Falten und zwischen die Haare von Pelzen gelegt. Die Larven schlüpfen nach einigen Tagen und spinnen sofort ein Rohr um sich, in dem sie geschützt leben. Diese Röhren werden mit abgenagter Nahrung ausgekleidet und mit Kot, der die Farbe der Nahrung hat und fast kugelförmig ist. Dieser wird meist für Motten-Eier gehalten. Die Entwicklung vom Ei bis zur fertigen Motte kann zwischen einem Monat und einem Jahr dauern, je nach Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Qualität der Nahrung. Günstig sind 25° C, in erwärmten Räumen kann man mit vier Generationen pro Jahr rechnen. Neben dem Keratin (Hornstoff) ist eine Zusatznahrung notwendig, die aus Flecken im Stoff, aus Mehl, Fleisch oder toten Insekten bestehen kann. Seit Kriegsende sind Motten stark zurückgegangen, was verschiedene Ursachen hat. Als wichtigste Ursache gelten die vielen wirksamen Imprägnierungsmittel, die auf den Markt kamen. Der häufige Gebrauch von synthetischen Fasern und die schwindende Sitte, Kisten und Kästen mit Wollsachen zu füllen, trägt auch zum Rückgang der Motten bei. Der Staubsauger und das zunehmend trockene Klima in den Wohnungen vermindert ebenfalls die Lebensbedingungen für Motten.

Gegenmaßnahmen:

Speziell in Fabriken, in Theatern (Requisite) und in Lagern mit Textilien oder Teppichen aus Naturfasern können sich die Motten ausbreiten. Zur Überwachung helfen Monotoringsysteme (Pheromonfallen). Chemisch sind Textilmotten im Sprühverfahren und CDA*-Verfahren mit Kontaktinsektiziden zu bekämpfen. Dies sollte man jedoch dem Fachmann, einem Schädlingsbekämpfer, überlassen. *CDA = Controlled Droplet Application (Kontrollierte Tropfen-Applikation, eine sehr feine Benetzungsmethode). Nur trockene Wäsche in den Schrank räumen. Kleidung, die zur längeren Aufbewahrung bestimmt ist, zuvor waschen oder reinigen. Kleiderschränke regelmäßig trocken reinigen, entstauben und aussaugen. Kein Schrankeinlegepapier verwenden, da sich die Larven darunter gut verstecken können. Teppiche, die das Wollsiegel tragen, sind zum Schutz vor Motten und Käfern mit Pyrethroiden ausgerüstet. Teppiche, die dieses nicht aufweisen, sind gefährdeter, von Motten befallen zu werden. Sie sollten vor allem unter Schränken und Sofas regelmäßig abgesaugt werden. Kleidung, Teppiche und Felle regelmäßig ausklopfen, lüften und in die Sonne legen. (Vorsicht: Wolle, Seide u. a. empfindliche Materialien vertragen keine direkte Sonneneinstrahlung.) Auf diese Weise fallen evtl. abgelegte Eier aus den Textilien oder sie trocknen aus. Intensive Geruchsstoffe halten Motten fern: Lavendelsäckchen, ein Tuch mit Lavendelöl, ein Stück stark duftende Seife, Zedernholz (gelegentlich mit Schleifpapier anrauhen) in Form von Kleiderbügeln, Holzplättchen, Kugeln o. ä. in den Wäscheschrank legen. Diese Duftstoffe wirken jedoch nur vorbeugend. Befallene Materialien waschen, ausklopfen, dem Sonnenlicht nach Möglichkeit aussetzen oder absaugen, um die Eier und Larven der Schädlinge zu entfernen. Befallene Textilien, die nicht heiß gewaschen werden können, mindestens eine Woche lang in einer Plastiktüte verpackt einfrieren, um die Larven abzutöten. Anschließend waschen oder reinigen. Der wiederholte Wechsel von Kälte unter -5° C und Wärme tötet die Tiere ab. Eine längere Kälteperiode im Winter kann zur Bekämpfung genutzt werden, indem befallene Textilien über Nacht ins Freie gehängt und tagsüber wieder ins Warme gebracht werden. Mehrmals wiederholen! Wichtig ist es, den Ausgangspunkt des Befalls ausfindig zu machen und in der Umgebung der befallenen Textilien alle Spalten und Ritzen mit dem Staubsauger zu reinigen. Insektizidfreie Pheromonfallen einsetzen: Die Männchen werden mit Sexuallockstoffen angelockt und bleiben an einer Klebefläche hängen, wodurch die Zeugung von Nachkommen verhindert wird. Zusätzlich können die Motten biologisch und giftfrei mit Schlupfwespen bekämpft werden.

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