Tach wir haben Monday, 20.11.2017

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Holzwurm - Gemeiner Nagekäfer

(Anobium punctatum)

Aussehen:

Der Gemeine Nagekäfer sieht dem Brotkäfer sehr ähnlich. Er wird 3 bis 5 mm lang, ist von dunkelbrauner Farbe und von ovalem Umriss. Sein Kopf liegt unter dem Halsschild verborgen. Die Antennen weisen drei leicht vergrößerte Endglieder auf. Die Larve ist engerlingsartig gekrümmt und trägt starke Kieferzangen, mit denen sie vornehmlich das Splintholz von Hölzern befrisst.

Entwicklung:

Das Weibchen legt etwa 20 bis 30 Eier in Risse am Holz ab. Nach circa 3 Wochen schlüpfen die Larven. Sofort bohren diese sich in das Holz ein und entwickeln sich dort bis zu 4 Jahren. Ist die Larve ausgewachsen, verpuppt sie sich und der erwachsene Käfer verlässt das Holz durch ein rundes, 0,7 bis 3,3 mm großes Ausflugloch.

Vorkommen und Bedeutung:

Der Holzwurm ist mittlerweile durch den Menschen fast weltweit verbreitet. Ursprünglich stammt er aus Europa, wurde aber in Afrika, Südamerika, Australien und Neuseeland eingeschleppt. Durch Fraß der Larven werden heimische Laub- und Nadelhölzer im Splintholzbereich geschädigt. Einige tropische Hölzer (u.a. Limba) sind nicht gefährdet. Geschädigte Hölzer sind meist an den vielen kreisrunden Ausfluglöcher zu erkennen. Geschädigt werden alle Hölzer, deren Holzfeuchte nicht unter 10% liegt. Opfer von Holzwürmern werden nicht nur Kunstgegenstände (Holzfiguren, Bilderrahmen). Geschädigt werden auch Möbel, Dachstühle und Holzverkleidungen in Kirchen u.v.m.

Gegenmaßnahmen:

Die Larven des Nagekäfers entwickeln sich im Holz und sind deshalb vor Bekämpfungsmitteln gut geschützt. Deshalb müssen die Bekämpfungsmaßnahmen das Innere des Holzes erreichen, um die Larven abzutöten. Wertvolle Kunstgegenstände werden von Fachbetrieben in Begasungskammern mit Begasungsmitteln, z.B. mit Phosphorwasserstoff, behandelt. Die Gase durchdringen nach einiger Zeit das gesamte Holz. Mit Kohlendioxid und Stickstoff können Kunstgegenstände, in einer Art Zelt, schonend behandelt werden. Geschädigte Dachstühle werden meist in Kombination mehrerer Verfahren behandelt. Zum einen wird die Holzoberfläche mit geeigneten Holzschutzmitteln besprüht. Des Weiteren kann eine so genannte Bohrlochtränkung, um tiefer in das Holz von Balken gelangen zu können, zur Anwendung kommen. Vorgenannte Maßnahmen sollten nur von Fachbetrieben ausgeführt werden. Für den Laien bieten sich weit aus weniger Möglichkeiten. Weniger wertvolle Gegenstände können z.B. thermisch behandelt werden (z.B. in einer Sauna). Die Temperaturerhöhung im Inneren (ca. 60° C) führt zum Absterben der Tiere. Dabei sinkt jedoch die Holzfeuchte und Risse können an den Hölzern auftreten.